Wiederankommen Zuhause nach dem Camino.


Wiederankommen.

Nach dem Camino ist vor dem Camino. Wir sind auf dem Weg Punkt.

Ich wurde nicht nach meiner Meinung dazu gefragt. Hatte schon lange dem Impuls zum darüber schreiben und meine Gefühle darzulegen.

Heute las ich einen Post im Forum genau zu diesem Thema: Wiederankommen in Deutschland nach dem Camino.

Mein Wiederankommen hier in meinem gewohnten Umfeld war scheiße schwer und doch hatte alles seine Richtigkeit und seine Berechtigung. Alles ist gut.

Meine derzeitigen Lebensumstände sind alles andere als „normal“. Berufliche Umorientierung, kein Einkommen und die Liebe zu einer tollen Frau durfte nicht gelebt werden. Mittlerweile und Dank meines Weges bin ich entspannt in allen Richtungen. Dazu half mir der Jakobsweg in Spanien. Er half mir mich selbst zu leben. Keinerlei Schauspielrolle mehr anzunehmen. Zu mir zu stehen, mich anzunehmen und mich zu lieben. Alles was ungewohnt ist und anders als es die Gesellschaft als „Normal“ ansieht, kann Angst machen. Wir sind Menschen die die große Gabe besitzen zu fühlen.

Ob wir die Gefühle zulassen bleibt uns selbst überlassen. Nicht jedes Gefühl bereitet Glückseligkeit. Trauer und Müdigkeit des Lebens gegenüber sind unlustig, doch gehören sie mit dazu. Zum Großen Ganzen. Zum Menschsein.

Nun landete ich fast schon spontan auf dem Jakobsweg und ich lief meinen Weg. Große Vorbereitung fehl am Platz. Darüber werde ich das nächste halbe Jahr mehr schreiben, wenn ich meine Tagebücher aufmache und anfange zu schreiben. Nach 55 intensiven Tagen unterwegs habe ich die Tage aufgehört zu zählen. Niemals bisher war ich so lange unterwegs. Unterwegs in Frankreich und Spanien. Unterwegs mit und in meinem Herzen

Wir waren beim „Wiederankommen“ zu Hause.

Zuhause ist da wo das Herz ist. Meines wollte wieder nach Freiburg. Ich hatte das Glück nach dem Camino 2 Wochen alleine in meiner WG zu wohnen. Urlaubszeit. Die Menschen in der Stadt verstand ich gar nicht. Zuviel von allem. Also sozialen Rückzug auf den Balkon mit Musik und mit Schreiben. Das tat unheimlich gut. Sich die Zeit nehmen und auch geben. Schwermut und Demut. Dankbarkeit und Sehnsucht. Einfach dauerhaft Gefühlsschwankungen. Das hatte ich in dieser Art unterwegs nicht. Viel zentrierter mein Wesen beim Pilgern. Das Erlebte ist intensiv und ein Tag auf dem Camino mit den ganzen Begegnungen und den wechselnden Orten hinterlässt Spuren, Spuren auf der Seele. Das braucht Zeit um es in den Alltag mitzunehmen. Der Besuch bei meiner Mutter und bei meinem Bruder und seiner Familie ließen mich zurück kommen. Ankommen. Die Menschen die meine Liebe haben halfen mir zurück. Ich war dauerhaft müde und erschöpft. Jetzt weiß ich auch warum und zwar: „das Aufwachen und sich verändern macht müde!“ Die Transformation zum neuen Menschen. Viele Menschen in meinem Umfeld kamen mit meinem neuen Spirit nicht zurecht. Das kann ich ihnen nicht verübeln! Ich lernte mich selbst neu kennen.

Mit der Schwierigkeit des Wiederankommens hatte ich überhaupt nicht gerechnet und auf dem Plan damit schon gar nicht. Der Plan war gut, er hat nur nicht funktioniert …

Es ist gut. Es wird noch besser. Und jetzt ist auch gut mit dem Ankommen.

Loslassen durch das Schreiben.

Dankeschön!

Kai Peter Jasny

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3 Gedanken zu “Wiederankommen Zuhause nach dem Camino.

    1. Hallo Du, oh wie ich das kenne! Bin gerade 180 km durch den Schwarzwald von Freiburg an den Bodensee gelaufen. Jetzt nach einer langen schlafreichen Nacht kommt die Leere. Ganz normal nach einem grandiosen Erlebnis in der Natur.

      Liebe Grüße vom Bodensee & buen Camino Peregrina 👣

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