Das Münzspiel mit dem Schicksal. (Teil 2)


… das Münzstück gab uns beiden die Richtung rechts vor, ob es der richtige Weg sein wird wissen wir beide nicht. Wir sind auf dem Camino und das Vertrauen ist unser. Nach einiger vergangener Zeit stoßen wir auf ein Schild mit dem Ortsnamen unseres Tagesziel – Santibáñez de Valdeiglesias. Das ½ Francs Geldstück welches ich fand meinte es wirklich gut mit uns und nahm uns, unser nicht dagewesener Entscheidungswille. Das Vertrauen aus der Intuition heraus ein / unser Weg. Wir beide unterhielten uns weiterhin in den Momenten in denen es über uns kam zu sprechen. Viele Kilometer liefen wir dahin und schwiegen, ein Wechselkurs der natürlich gegebenen Momente. Der Himmel und die Natur, der Wechsel aus Landschaft und kleinen Dörfchen, wir sind zusammen hier und teilen unvergessliche Augenblicke. Mit einer Leichtigkeit die der Alltag keinem geben kann. Das ist eine Reise, eine Pilgerreise ganz nackt pur. Ich liebe diese Erinnerungen an den Jakobsweg. Gerade hier und jetzt. Vor mir mein Tagebuch mit den Notizen, daneben der Reiseführer und Jazz als Begleitung. Zeitreise.

Die Straße wird zum Feldweg, staubig und trocken. Maisfelder am Rande des Weges. Nach weiteren 5 bis 7 Kilometer Fußweg erreichen wir unser Tagesziel. Die Rucksäcke kurz von den Schultern abgesetzt und mal eben nachschlagen zwecks Unterkunft. Im Buch ist nur eine Albergue aufgelistet und doch gibt es eine 2, dies merken wir beim weitergehen. Ich bewege mich hinein und der Schlafplatz im Stockbett soll 7 Euro kosten. Ich spürte sogleich, es ist zu teuer, nicht für mich, aber für meine Begleitperson aus Litauen. Und nun? Wir finden uns gemeinsam in der staatlichen Herberge ein. Es scheint niemand da zu sein, außer uns zwei Pilger. Ein sehr verlassen erscheinender Ort, dieser welchen den langen Namen Santibáñez de Valdeiglesias.

Ein mürrischer Spanier (geschätzt Mitte 20) reagiert auf unser Rufen, endlich bewegt sich etwas. Er kommt auf uns zu und führt uns zu Tische. Der kleine Schreibtisch zur Anmeldung der Pilger. Doch ist wirklich außer uns keiner da. Da läuft man über 8 Stunden an diesem Tag durch Spanien und man(n) und Frau bekommt einen Vernehmungsbeamten vorgesetzt. Wirklich und ohne Scheiß, dieser Typ spricht kaum Englisch, (kann niemand wirklich von ihm erwarten) aber etwas mehr an Freundlichkeit schon. Ein geschenktes Lachen usw. nichts davon gab´s von ihm. Eher ein gefühlter Behördengang. Ich möchte einen neuen Ausweis von ihnen und sie mögen mich überhaupt nicht … mein Gefühl zur aktuellen Situation! Nach einer ¾ Stunde ist das unglückliche Prozedere endlich zu Ende. Pilgerpass, den Ausweis wieder einsteckend können wir unser Zimmer für die Nacht beziehen. Sehr, sehr günstig mit 5 Euro pro Person und Nacht. Dafür ganz alleine, mit einem schmucken Innenhof, eher Garten. Unter Apfelbäumen im Schatten finde ich mich wieder. Wieder am Tagebuch schreiben. Meine neu gewonnen Schwester kocht der-weilen Kaffee und versüßt den weiteren gelebten Moment. Die Duschen und WC Anlagen sind außen liegend , nicht gerade super hygienisch, aber total in Ordnung. Jetzt beim Tagebuch schreiben nehme ich mir den Reiseführer mal etwas genauer vor. Nach etwas blättern erschrak ich, verstummte und kehrte in mich ein.

Das Schicksal meinte es gut mit mir / mit uns …

Der Münzflug bescherte uns den richtigen Weg …

Am Abzweig nach links abgebogen hätten wir unser Tagesziel umlaufen und damit die Wegstrecke von weiteren vielen Kilometer absolviert. Somit alles gut.

Gut auch für heute Nacht mit dem Schreiben.  🙂

Buen Camino in die Nacht

Pilger Kai ❤

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