Der Paradiesvogel vom Camino. (Teil 3)


Die Tage vergingen und ich zog wieder alleine durch meine Pilgertage auf dem Jakobsweg. An diesem Tag hatte ich kein wirklich richtiges Tagesziel Ich wollte laufen und mich vom Weg führen lassen. Es geht weiter über den „Tafelberg“ (Alto de Mostelares) und Fiese kleine Mücken schwirren um meinen Kopf. Die große Hitze lässt meinen Schweiß, mein Gesicht zum Fluss werden. Immer wenn ich einen Moment anhalte werden die Mücken noch mehr und fieser. Sie beißen mich ins Gesicht. Uncool und schmerzvoll. Ich erinnere mich an eine Erzählung des Paradiesvogels, auf einem ihrer Caminos durch die Meseta bei Leon. Sie wurde so heftig von den kleinen fiesen Mücken malträtiert, dass sie im Krankenhaus damals landete und ihr Weg durch Spanien fast vorbei gewesen wäre. Was hilft? Ist weiter zu gehen und mit dem Mund die kleinen Viecher per Luft wegzublasen. Da war er wieder, der Paradiesvogel vom Camino. Dann meint es der Weg gut mit mir und einzelne Windböen halten mir die Tierchen vom Leib. Ich pilgre weiter durch die sehr hügelige Landschaft, immer vorbei an endlos erscheinenden Kornfeldern.
 
Nach etwas mehr als 30 Tageskilometer tauche ich in einen ganz kleinen Ort ein. Zuvor die letzten Kilometer hatte ich Begleitung, Begleitung durch märchenhafte Schmetterlinge. Total im Liebestaumel, die lieben schönsten Tierchen. Anfang des Örtchen eine Wiese und der Eingang zu einer Herberge. Auf der Wiese sind einige große alte Bäume die mir ihren Schatten spenden. 2 Mädels machen hier auch Pause. Sie habe ich schon des öfteren gesehen und mit einem gegenseitigen freundlichen buen Camino haben sich unsere Wege immer wieder getrennt. Eine der Beiden hat coole Tattoos an ihrem einen Arm. Aus der Albergue Putzu kommt ein Typ heraus und spricht die beiden an. Für mich hält dieser Laden kein gutes Gefühl bereit. Weiß auch nicht warum dies so ist …
Ich wende mich den dreien ab und bewege mich zum Brunnen am Rand der Wiese. Ein großes Schiffssteuerrad bewegt das Wasser in die Höhe und letztlich damit zu mir in meine Trinkflasche.
Geblickt hat der Kai das Brunnensystem nicht ganz alleine. Ein junger Spanier kam auf einem Bonanzarad aus den 80iger angeradelt und zeigte mir den Brunnen und das System dahinter.
Ich habe die Wahl, Übernachtung im Zelt oder in einer Herberge. Was meint der gelbe Outdoor Reiseführer dazu? Meine Müden Augen lesen dort zum Ort und seinen Herbergen. Moment einmal, das spricht mich an. Hier in Boadilla gibt es eine „liebevolle Herberge“ mit kleinem Pool und in einem ehemaligen Kornspeicher hergerichtet. Das spricht mich und mein Herz doch deutlich an.
Ich beschließe mein Zelt nicht aufzubauen und begebe mich auf den Weg zur liebevollen Herberge. Als ich die Eingangstüre durchschreite fühle ich gleich das Beschriebene. Eine kunstvoll gestaltete Seitenwand an der rechten Seite. Schöner grüner Rasen und einfach nur toll. WOW!
Und nach dem Sichten etlicher bekannter Gesichter, überrascht mich so gleich gar nichts mehr.
„Der Paradiesvogel vom Camino“ ist auch hier … die unsere Geschichte beginnt von neuem und wird wohl weiter gehen … 😉
 
(Mein Tag war lange und jetzt bin ich sehr müde. Es wird wohl einen weiteren Teil zum Paradiesvogel geben.)
 
Buen Camino ❤
 
Pilger Kai 🙂
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