Erzählung vom Jakobsweg.


Kurz mal nachgedacht …

Ich hatte auf meinem Camino Frances fast keinerlei Planung im Gefühl zu meinen Lauftagen und mit dem eigenen Zelt mit dabei … auch wenig Sorge. Großartig! Und manchmal ergriff mich ein Gefühl von zu wenig Hintergrundwissen. Aber ganz ehrlich scheiß drauf. Es war alles gut wie es letztlich war. Ich wusste ja nicht einmal, dass der Kai es am Freitag in der Festwoche schafft in Santiago de Compostela einzulaufen. Ich ging davon aus dass das Feuerwerk am Samstag ist …

Die letzten 100 Kilometer bis Compostela waren für mich auf meinem ersten Jakobsweg in Spanien die schwersten. Nicht wegen Schmerzen am / im Körper. Nein die „Lauferei“ war es! In Galizien regnet es im Jahresdurchschnitt mehr wie 200 Tage. Dies auch kein Problem. Ich trug keine Regenjacke und kein lange Hose bis zum erreichen von Finisterre. Dieser Sommer 2015 war zum großen Glück überdurchschnittlich warm und die nass feuchte Kleidung trocknete beim Aufwärmen in einer Bar sehr schnell. Die ausgewählte Funktionskleidung aus den Jahren auf Wanderschaft zuvor blieb eine große Stütze. Cafe con Leche und Begegnungen ein gutes Mittel gegen meine aufkommende schlechte Laune.

Das / mein Problem wurden die vielen Pilger auf den letzten 100 Kilometer zum Teilziel Compostela. Aber ist bzw. war es wirklich ein Problem auf meinem Weg? Nachgedacht … zack ein / mein Nein dazu. Die Lernaufgabe zum Weg. Aufgezeigt und gebracht durch mich und den Weg des Jakobus.

Immer wieder der stetige Tempowechsel und der eigene Schritt in die Richtung von Ost nach West … unter der Milchstraße.
Auflaufen, abstoppen, schleichen, vorbeihuschen, beschleunigen, abbremsen, (vielleicht auch jagen) usw.
Das ermüdet sehr und stark. Der Flow ging stellenweise verloren. Der Geist wurde bei mir nicht mehr entlastet beim gehen, eher das krasse Gegenteil.

Deshalb mein spontaner Entscheid mich auf den Weg nach Compostela zu machen am Freitag. Wegstrecke über 40 Kilometer. Ja und Nein. Ich fühlte die Hindernisse und diese hinter mir zulassen, dies zu wollen. Trotz vieler Warnungen, gut gemeint durch Pilger und Freunde. Pilgerfreunde. Alle nicht gekannt bis zum Weg der Franzosen nach Santiago.
Du Kai wirst Schwierigkeiten noch und nöcher haben eine Unterkunft dort zu bekommen.

Als ich los ging hatte ich ein gebrochenes Herz, als ich unterwegs war heilte ein Teil davon. Dann das erste Wunder, es sprach zu mir und es hatte recht, mein Herz … klopft und spricht.

„Scheiß drauf … auf alle Erwartungen und vertraue, vertraue lieber Kai ♥)

Als ich meinem Herzen dann wirklich folgte, hatte ich in Compostela angekommen eine weitere wirklich wichtige Eingebung. Kai, frage in kleinen Boutiquen nach einem günstigen Schlafplatz. Volltreffer. Nach einer knappen halben Stunde hatte ich oberhalb der Kathedrale einen / meinen Schlafplatz in einem 6 Bettzimmer für 16 Euro die Nacht.

Wunderbar und auf auf zum Feuerwerk. Durch meine Erschöpfung und der damit verbundenen nicht eingeholten Informationen zog ich alleine durch die Nacht. Planlos …

Buen Camino & ultreia  🙂

Pilger Kai 

(Impressionen aus dieser Freitagsnacht in Santiago de Compostela, Handyfotos)

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