Der letzte Tag und die Begegnungen.


Hafen Muxia

Ich schlenderte durch die kleinen Gasen vom Fischerort Muxia und war auf der Suche nach einem Tabakladen. In der Herberge hatte ich noch im Internet kurz nachgeschaut wo er sich befindet. Ich fand ihn einfach nicht. Alle Ecken sahen gleich aus und die Straßennamen konnte ich mir nicht merken. Da war mein ich Mental zu erschöpft und erst nach dem Ruhen spürte ich die geistige Erschöpfung richtig. Orientierung ist normal eine meiner Stärken. Dann kam sie auf mich zu eine sehr attraktive Spanierin. Ich sprach sie auf Englisch an und die Konversation folgte. Nach etwas Smalltalk fragte sie mich woher ich den stamme. Deutschland, erwiderte ich ihr. Sie lachte los und gestand mir auf Deutsch, dass sie in der Schweiz aufgewachsen ist. Lustig.
Dann führte sie mich um zwei Ecken und ich stand vor dem Tabakladen. Mein Ziel fast vor meiner großen Nase. Sie fragte mich zum Abschied, wo ich den in Muxia untergebracht bin? In der großen neuen Herberge Bela Muxia antwortete ich ihr. Sie dann: „so neu ist die auch nicht mehr, ich arbeite in einer ganz neuen, seit Montag haben wir erst auf!“ Ok und Abschied. Wie es der Zufall dann wollte, war meine Herberge am nächsten Tag ausgebucht und ich zog um, um zu ihrem Arbeitsplatz.
Wir waren uns auf Anhieb sehr sympathetisch. Hoffentlich wird sie bald ihren Freund heiraten, dann habe ich einen weiteren Grund Muxia zu besuchen. BREAK.

Ein paar Tage und Nächte später eines Morgens betrat Antonia den Schlafsaal im ersten Stock der Herberge. Ein Ahamoment. Es gab gleich etwas an Aufregung und zwar gab es eine Verwechslung. Ich hatte mein Bett zu ihrem Schrank und folglich auch umgekehrt. Somit kamen wir gleich ins lockere Gespräch. Der Camino schickt mir Menschen mit denen ich im normalen Leben wohl seltenst zu tun haben werde. Nett, sehr nett. Ich der ehemalige Fabrikarbeiter, der mit 40 noch den Industriemeister Titel erlangt hat und derzeitig eine berufliche Auszeit sich nimmt und Antonia, bei der alles lehrbuchmäßig glatt im Leben lief. Abitur, Studium mit Auslandssemester. Bald in der Geschäftsführung sich wiedergefunden hat, in einem Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. 2,5 Jahre im Ausland eine Firma geleitet hat. Alles aalglatt, zielstrebig und erfolgreich. Bis zu dem Punkt an dem sie gemerkt hat das die Work-Life-Balance nicht mehr stimmt. Veränderung durfte her. Ich wusste nie genau was ich beruflich machen sollte und fing etwas an, meine Aufgaben erledigte ich gut, nicht sehr gut. Dann warf ich alles hin und da gleichen wir uns in der radikalen Art. Antonia und ich haben gekündigt, sie ging auf den Jakobsweg und ich wanderte um den Bodensee damals.
Dann erzählte mir Antonia von ihrer speziellen Sache, an ihren letzten Tagen hat sie immer besondere Begegnungen. So auch heute mit mir!?
In ihrer Zeit im Ausland traf sie auf einen Mann an ihrem letzten Tag und sie verbrachte eine magische Nacht mit ihm. Ohne Wiedersehen.
Wir beschlossen zusammen zum Nachtessen zu gehen. Die Treppe herunter und raus aus der Tür.
Dann geschah etwas …

Antonia kamen die Umrisse eines Mannes bekannt vor. Schnurstracks auf ihn zu und tatsächlich er war es. Ein ehemaliger lieber Mitarbeiter im Unternehmen in dem sie im Frühjahr ausschied. Eine liebevolle Umarmung und ein herzliches Hallo, verbunden mit der Frage: „Was machst du den hier?“
Es stellte sich heraus das Martin der Antonia noch zu diesem Schritt alles hinzuwerfen und den Camino als Brücke in ein neues Leben zu gehen gratulierte. Einen ´Monat später meinte das Leben es gut mir Martin, er bekam einen Schubs, einem zum auf eine neue Stelle sich zu bewerben.
Tatsächlich wurde Martin genommen und in der Übergangszeit zwischen Ende der alten Stelle und dem Antritt der neuen Stelle gab´s einen Monat Auszeit. Unverhoffte Bonuszeit

Buen Camino – für beide und ihre Jabobswege kreuzten sich in Muxia, Muxia dem magischen Ort.
Muxia hat gute Energie und den Spirit.

Der letzte Tag und die Begegnungen.

Kai Peter Jasny

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8 Gedanken zu “Der letzte Tag und die Begegnungen.

    1. Der Weg ist wohl genau das was wir daraus machen. Beim Pilgern hat man viel Zeit ohne Ablenkung von außen. Das ermöglicht die Begegnungen mit Herz und Mensch. Es sind alles Fremde und trotzdem sind dir alle vertraut.

      1. Nun , die Menschen kommen ja von Außen und lenken, manchmal auch ab.
        Die Kassiererin bei Rewe ist mir fremd und trotzdem vertraut.
        Ich möchte damit sagen, es ist okay den Weg des Jakobs zu gehen, aber es ist auch möglich das Leben an sich zum Jakobsweg zu machen.

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