Smartphone getippelt III


Neulich auf der Heimfahrt von einer wunderschönen Wanderung im Schwarzwald traf ich auf einen freundlich und gut gelaunten Zugbegleiter. Unser Dialog ging los mit einer Bemerkung von ihm:
„bitte vergessen sie ihre Wanderstöcke nicht im Zug!?“
Spontan fragte ich ihn: „Angenommen ich vergesse sie hier im Zug, was würde mit ihnen geschehen???“
So, darauf hin holte er tief Luft und fing an zu erzählen:

„Also alle Fundsachen in der Bahn kommen zuerst 14 Tage ins nächste Sammellager, werden ordentlich und bürokratisch erfasst. In ihrem angenommen Fallbeispiel kämen ihre Wanderstöcke nach Freiburg. Nach der Zeitspanne von 14 Tagen werden alle gefunden Gegenstände nach Düsseldorf ins Hauptlager geschickt. Dort werden die Gegenstände nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist öffentlich versteigert. Die Aufbewahrungsfrist richtet sich nach der Art des Gegenstandes.“

Ich dachte mir gleich: welch bürokratischer Aufwand wird betrieben und, dass das mit großen Kosten verbunden ist. Die ja letztendlich wiederum auf die Bahnkunden umgelegt werden.

Ich fragte ihn dann noch: „Welche Kosten für den, der den Verlust hat und das Verlorene wiedergefunden wird entstehen?

„Es entstehen Bearbeitungsentgelte bei Abholung aus der Fundstelle 5 Euro und der Versand per Post kostet 20 Euro (inklusive Verpackung)“

Seine bitte an mich: „Bitte vergessen sie niemals nicht ihr Portemonnaie im Zug!!!“
Ich: „Warum, haben sie schlechte Erfahrungen damit gemacht ?“

„Ja, ich hatte einmal einen Regressanspruch wegen einem gefundenen Geldbeutels …“

Ich: „OHA!“
Er: „ ich handelte genau nach Dienstvorschrift und trotzdem hatte ich eine Klage am Hals; das Geld und eine Kreditkarte entwendet worden sei.“
Ich: „Schöne Scheiße …“
Er: „Seither suche ich mir immer bei einem Portemonnaiefund direkt gleich einen Zeugen und ich lasse mir den Inhalt bestätigen.“
Ich: „Tricky!“

Nach dem kontrollieren des Fahrscheins verabschiedeten wir uns freundlich voneinander und von mir gab es noch ein Dankeschön für den netten Plausch obendrauf.

(Kai Peter Jasny)

Zugbegleiter

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