Dota Konzert – am 07.Mai 2009.
Mein zweites Livekonzert mit der Kleingeldprinzessin liegt hinter mir und wie ich vermutete, war es wieder genial, fast noch besser wie das Erste.
Wenn ein Konzert zu ende geht und glückliche Gesichter bei den Menschen hinterlässt, dann haben die Menschen am richtigen Tag, den richtigen Ort ausgewählt.
Tanzen, lachen, klatschen, grölen, alles bei dabei!
Über 2 Stunden Live Muzik von einer genialen Künstlerin, wortgewannt und sich in Freiburg wohlfühlend, das merkte man.
Ein fader Gedanke bzw. ein fades Gefühl verfolgt mich seit jener Nacht. Diesen möchte ich hier mit diesem Eintrag loslassen.

Ein Gruppe von ca. 10 Rollstuhlfahrern befand sich auch im Jazzkellergehöft, was ich wirklich super toll finde. Behinderte Menschen haben genauso ein Anrecht auf Unterhaltung, wie nicht Behinderte.
Eine Rollstuhlfahrerin parkte mit ihrem Gefährt vor dem PA-Pult und natürlich standen Leute drum herum. Ich bin zwei mal an ihr vorbei und weil die Leute nicht ausreichend Platz machten streifte ich ihre Beine. Genau das ist mein wunder Punkt. Da beim ersten mal passierte irgendwas in mir und ich dachte nach. Natürlich war es keine heftige Berührung und doch hatte ich ein seltsames Gefühl dabei. Leblose Beine gestreift von mir, weil ich es zu eilig hatte oder die Leute nicht ausreichend Platz machten.
Seltsame Gedanken und Gefühle …
(Kai Peter Jasny)

Kai





Hallo Kai,
lese schon länger hier mit und finde deinen Blog sehr schön. Bin nun aber über das Wort „leblos“ gestolpert. Was ist leblos? Sind die Beine wirklich leblos?
Bewegungslos? Ja
Gefühllos? Ja
Aber leblos? Nö, oder?
Liebe Grüßle
Blitzli
Hallo Blitzli,
ein Dankeschön für dein Kompliment im Bezug auf das Blog hier.
Haben dann und wann über Deinen Kommentar nachgedacht und jetzt werde ich antworten. Natürlich sind die Beine nicht „leblos“, da habe ich einen falschen Ausdruck genommen. Durch sie fließt Blut, pocht und läuft wieder gen Herz. Da ist Leben drin, es sind sehr wahrscheinlich in den meisten Fällen durchtrennte Nervenstränge, die das Gefühl in den Beinen verschwinden lässt.
Ich habe mich um ehrlich zu sein zu wenig mit dieser Thematik auseinandergesetzt deshalb vielleicht auch mein Unbehagen beim Konzert.
Heute war ich wieder mit dem Radel in unserer herrlichen Gegend unterwegs. Welch Glück, das meine Beine funktionieren!!!
Liebe Grüße
Kai
Es ist irritierend direkt mit Behinderten konfrontiert zu werden, da wir es leider nicht gewohnt sind. So fühlt sich eine Berührung, die du bei einem Nicht-Behidnerten gar nicht wahr genommen hättest plötzlich ungewohnt und leblos an. Und es erinnert daran, das es auch für uns nicht selbstveständlich ist, das alle Körperteile tadellos funktionieren, sondern das dies etwas tolles ist.
Nachdenkliche Grüße vom Pseudonym
Es war ein Gefühl das ich tief fühlte und es mich bewegte. Wie unglücklich sind viele von uns zur meisten Zeit.
Doch geht es uns übergut, wir haben alles und noch vieles an mehr.
Leider sehen und leben wir dieses Glück meist nicht und wollen noch noch mehr …
Schade …
Kai
Ja und oft wird uns das erst bewusst, wenn wir plötzlich was nicht mehr können, was uns bis dahin so selbstverständlich schien. Da ist es besser durch jemand anders aufgerüttelt zu werden.
Wach sein und wach bzw. mit Bewußtsein durchs Leben ziehen und es letztlich wirklich in jedem Moment versuchen zu Leben.
Carpe Diem …
Ja, im Jetzt gelebte Momente kann einem keiner mehr nehmen!