Es kam der 11.März 2013 und meine Freundin offenbarte mir, dass sie Abstand braucht und für 2 Wochen nach Freiburg in die Wohnung eines Freundes, der im Urlaub war ziehen werde. Wir verbrachten unseren letzten gemeinsamen Abend sehr harmonisch. Gemeinsames Abendessen in unserer Küche. Kuscheln beim Tatort mit Till und zusammen glücklich einschlafen im Bett.
Der nächste Abend folgte dem Arbeitstag in der Fabrik und beim Heimkehren, kehrte nur einer heim. ICH … aus den 2 Wochen wurden 4 Wochen. Letztlich spürte ich es ganz deutlich, dass ich mein Mädel nicht mehr zurück holen kann. Wir würden uns nach ein paar Tagen wieder im Kreis drehen und der nächste Streit würde kommen. Sie zog ganz aus und nahm die Erinnerungen mit. Unser Sofa, das Bett usw…. deshalb schreibe ich auch hier meist von leeren Räumen, wobei die Leere mir mittlerweile gut tut!
Meine Erinnerungen sind in meinem Herzen und nicht an Güter gebunden. Einleitung zu Ende!
Unser letztes Treffen hat dann eher mit den 9 roten Rosen zu tun. Am 28.März fuhr ich mit meinem geliebten Bulli Richtung Freiburg zum Treffen los. Auf dem Weg dort hin wollte ich rote Rosen kaufen. Staufen im Breisgau lag auf meinem Weg und bot sich an. Kurz vor 9 war der Parkplatz der Gärtnerei noch verschlossen. Also parken an der Straße irgendwie. Habe den Rückwertsgang eingelegt und bin auf den Gehweg hoch gefahren, um besser in die einzige Lücke zwischen zwei parkende Autos zu gelangen. Die ganze Zeit gab mir mein Bauch ein ungutes maues Gefühl zu spüren. Rums machte es und der Bulli rammte einen Felsen auf dem Grünstreifen. Jetzt erst mal tief durchatmen und dann schaffte ich es doch noch einzuparken. Ich stürmte in das Blumenfachgeschäft und kaufte aus einem mir unerklärlichen Grund, genau 9 rote Rosen. Später in Freiburg angekommen sah ich mein Mädchen da auf dem Parkplatz an der Kirche stehen. Alles um mich herum verschwand in einem Nebel, mein Herz pochte wild. Ich wollte ihr die Rosen überreichen und sie lehnte sie ab, die 9 roten Rosen. Meine Beine änderten ihre Art, meine Muskeln wurden zu Wackelpudding und in einem Bruchteil von Sekunden setzte ich mich auf den kalten Boden. Meine Gefühlswelt entsprach dem Tageswetter: ein Mix aus Sonne, Regenschauer und kalten Schnee. Alles gab es dann auch in etwa zwischen uns: Umarmung, Weinen, Lachen, Küssen, Hände halten und letztlich loslassen von unserem WIR. Später auf dem Rückweg, der von einem Dauertränenfluss begleitet wurde gab es nach einem schweren Unfall auf der Bundesstraße ein noch flaueres Bauchgefühl. Mein Arbeitstag in der Fabrik war ein Gang durch die Hölle. Ich weinte beim arbeiten an den Maschinen, während mein Chef kam und mich mit Sachen die mich in diesem Moment überhaupt nicht interessierten ansprach. Ich weiß bis heute nicht, ob er mich als Mensch oder als Maschine sah. Ich habe mittlerweile den Job zum 31.Juli gekündigt. Mein Mädchen meinte ich sollte die wunderschönen Rosen doch meiner Mutter schenken. Der Versuch dazu scheiterte, meine Mum war auf der Arbeit. In der Nacht nach der Maloche stellte ich die neun roten Rosen in eine Vase auf den Küchentisch in unsere gemeinsame Bleibe. Dort sind sie eingetrocknet, haben aber erstaunlicher weise kein einziges Blütenblatt verloren. Seht selbst auf dem Foto von Heute, den 09.05.2013.

Weiter im Text: am 1.Mai 2013 begab ich mich auf eine Reise quer durch Deutschland in meine Lieblingsstadt Hamburg. Freunde besuchen und meinem Sandkastenfreund die Stadt zeigen. Da ich ein begeisterter Velofahrer bin und gerne über den Radsport Bescheid weiß, schaue ich des öfteren auf dem Smartphone bei Eurosport rein. Auch an diesem Tag im ICE von Freiburg nach Hamburg öffnete ich das App und stöberte mich durch die Radsportnachrichten.
Warum fällt mir in diesem Augenblick genau diese Nachricht ins Auge!!!???
Radsport – Tragischer Todessturz in Belgien
Der tödliche Sturz von Wouter Dewilde hat den Radsport in Belgien geschockt. Er starb bei einem Rennen im flandrischen Veldegem nach einem Sturz direkt hinter der Ziellinie.
Das Drama ereignete sich direkt im Ziel des Rennens, wo die Eltern und Ehefrau des 35-Jährigen mitfieberten.
Denn Dewilde kämpfte in einer Dreiergruppe um den Sieg.
Doch Sekundenbruchteile nachdem das Trio um den Triumph gesprintet und Dewilde den Zielstrich als Dritter überfahren hatte, verlor der Belgier die Kontrolle über sein Rad und stürzte.
“Ich weiß nicht, wie es geschah, ich sah ihn nur fallen”, schilderte Ehefrau Sandy dem belgischen “Nieuwsblad” die Szene, “er hätte nie in einem Massensprint mitgemacht, weil er früher oft gestützt war, doch sie waren nur zu dritt…!”
Ein Arzt und weitere Helfer begannen sofort mit der Reanimation. “Es wird wieder gut werden”, beschrieb sie die Minuten nach dem Sturz, “zu keinem Zeitpunkt dachte ich, dass ich ihn für immer verlieren würde. Doch er kam nicht mehr zu Bewusstsein.”
Dewilde wurde ins Krankenhaus nach Brügge transportiert, wo die Ärzte später aber nur noch seinen Tod feststellen konnten. Er war mit Leib und Seele Radsportler, doch begann er seine Leidenschaft zu spät, um es zum Profi zu bringen, denn er beendete zuerst seine Berufsausbildung. Als technischer Zeichner arbeitete er in einen Büro in Roeselare.
Besonders tragisch: Der Todestag war zugleich der Jahrestag des Ehepaares. Neun rote Rosen für die neun gemeinsamen Jahre hatte Dewilde noch am Morgen seiner Frau geschenkt. Und sein Vater, der sein größter Fan war, hatte erst vor kurzem seinen Ruhestand angetreten – “um mehr Zeit zu haben, ihm bei den Rennen zusehen zu können”, so die Mutter des Opfers.
Zufall, zufällt … Zufälle gibt es nicht!!!
Mein tiefstes herzliches Beileid!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Kai Peter Jasny
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